Gesund mit BestWaterDer griechische Philosoph Thales von Milet bezeichnete es als „Prinzip aller Dinge“, weil ohne Wasser nichts von uns Menschen oder der Welt, wie sie für uns Lebensgrundlage ist, existieren würde. Wasser wurde bereits bei den frühesten Philosophen gewissermaßen als Urstoff des Seins bezeichnet und zählte zu den vier Urelementen – Feuer, Luft, Erde und Wasser (wobei die Bezeichnung „Elemente“ in der heutigen Bedeutung irreführend ist).

Wahrscheinlich lässt dieser Umstand Wasser zu einem in vielen Kulturen mystifizierten Stoff werden, der bis heute nichts an seiner Faszination eingebüßt hat, selbst wenn es zu den weltweit am meisten untersuchten Verbindungen zählt. Es ist das Medium der elementarsten physiologischen Prozesse und zugleich der Evolution selbst, es ist Bindemittel kultureller Organisation und Quell individuellen Wohlbefindens. In seiner Bedeutung als Lebensmittel kommt Süßwasser gleich nach der Atemluft.

Doch anders als diese ist es aufgrund seiner physikochemischen Eigenschaften und der bestehenden geographischen Verhältnisse höchst ungleichmäßig in Raum und Zeit verteilt. Viele Regionen unseres Planeten können deshalb nicht am nahezu unerschöpflichen und sich regenerierenden Gesamtangebot teilhaben. Der Umgang mit Wasser – seine Erschließung, seine natürliche und politisch verantwortete Verteilung, seine Nutzung, seine Reinhaltung und die Abwehr (z.B. bei Katastrophen) – hat die Geschichte der menschlichen Zivilisation nachhaltig geprägt. Wasser ist ein Thema, das sich durch die Jahrtausende und durch sämtliche Kulturen und Religionen hindurch erstreckt.

Aus diesem Grund kann dieses Buch nicht mehr sein als ein kleiner Beitrag zum Verständnis des nahezu unüberschaubar großen Themas Wasser. Was Sie vorfinden werden, sind die wissenschaftlichen Grundlagen und ihre Bedeutung für die verschiedenen Zustände, die Wasser annehmen kann. Es werden Denkanstöße vermittelt für generelle Verhaltensweisen und – für den Einzelnen besonders wichtig – Anregungen für den persönlichen Schutz. Der Teil der Theorie sollte Sie nicht schrecken, denn er birgt neben Alltäglichem auch faszinierende Sichtweisen auf diese einzigartige chemische Verbindung und ihre daraus entstehenden Auswirkungen. Beim Problem Wasser scheiden sich die Geister. Als gesellschaftliches Thema besitzt eine Diskussion über das Wasser nicht selten so viel Sprengstoff, wie man ihn aus politischen Debatten kennt.

Denn eines steht fest: Jeder Mensch besitzt von Geburt an eine Wasserkompetenz. Er verzehrt und nutzt es seit Anbeginn seiner Existenz – und damit länger als sein aktives Erinnerungsvermögen zurückreichen kann. Jeder Mensch hat also vom Erfahrungsschatz seiner Wassernutzung her erstmal Recht. Auf dieser Basis über den Umgang und den Nutzen von Wasser zu sprechen, ist nicht selten eine Herausforderung. Denn vieles, was wir im Laufe des Lebens über das Wasser gelernt haben, bedarf einer Vertiefung oder einer Korrektur. Neben dem Segen für den Planeten gleichzeitig die Risiken zu erwähnen, denen Wasser seit der Industrialisierung mehr und mehr unterworfen ist, um dann eine Anpassung oder gar eine Veränderung zu bewirken, verstehe ich als Pflicht gegenüber unseren Kindern und dem ganzen Planeten. Der Umgang mit Wasser ist eine der vorrangigen Aufgaben der Gegenwart.