Wenn wir industriell verarbeitete Nahrungsmittel zu uns nehmen, fehlen unserem Körper nicht nur die natürlichen Substanzen, die er braucht, um optimal zu funktionieren wir nehmen auch eine Menge von Zusatzstoffen zu uns, die zur Verbesserung von Farbe und Geschmack, zur Hemmung des Bakterienwachstums und zur Verlängerung der Haltbarkeit eingesetzt werden. Diese Methoden der Nahrungsmittelherstellung sind Ergebnis des enormen Bevölkerungswachstums in der neueren Geschichte. All diese Menschen müssen ernährt werden und durch die technologischen Fortschritte sind Massenproduktion und bedarfsgemässe Belieferung mit Nahrungsmitteln möglich geworden. Die Kehrseite der Medaille ist ihre übermässige Verarbeitung mithilfe zahlreicher Zusätze und Zusatzstoffen.

Viele dieser Substanzen in unserer Nahrung sind „Fremdkörper“ für uns. Sie waren bis zum vergangenen Jahrhundert nicht Bestandteil der frischen, unverarbeiteten Lebensmittel, von denen sich der Mensch im Laufe seiner gesamten Geschichte ernährt hat. Auf die Nutzung vieler dieser Zusatzstoffe sind wir nicht eingestellt, doch unser Körper nutzt sie trotzdem auf die eine oder andere Weise. Früher tranken die Menschen zum Beispiel Milch frisch von der Kuh, nicht pasteurisiert und homogenisiert. Heute wird an einem Grossteil der Milch, die man zu trinken bekommt, hauptsächlich, damit sie länger haltbar bleibt. Sie wird entrahmt und homogenisiert, damit sich das Fett nicht an der Oberfläche absetzt. Dieses wird dann wieder verarbeitet und in unterschiedlichen Prozentsätzen wieder zugefügt, um fettfreie, fettarme oder vollfette Milch herzustellen. Verhalten sich die Milchfette, nachdem sie verarbeitet wurden, genauso wie vorher?

Frische, nicht verarbeitete Milch schmeckt ganz anders, ja besser, als die verarbeitete. In vielen Staaten darf Rohmilch aus Angst vor Infektionen nicht verkauft werden – eine realistische Sorge, denn sie muss ja gelagert und transportiert werden, damit sie überallhin gelangt. An vielen Orten darf Rohmilch nicht für den menschlichen Verzehr verkauft werden und muss mit dem Etikett „nur für Tiernahrung“ versehen werden! Diese Vorsichtsmassnahme mag sehr einschneidend erscheinen, wenn man bedenkt, dass unsere Vorfahren vor weniger als 100 Jahren und davor über Tausende von Jahren Rohmilch getrunken haben……Aber das eigentlich Einschneidende ist das, was mit unserer heutigen Nahrung passiert (ist). Da müssen wir uns  – abgesehen von der Verarbeitung – ja auch noch wegen der Pestiziden, Hormonen und Antibiotika Sorgen machen, die den Tieren verabreicht werden, und wegen der von solchen Tieren abstammenden Produkte, die wir verzehren.