Lebenshilfe

Ist Angenehmes besser als Unangenehmes

 

Es ist schon zum Haare ausraufen. Da meint man, die ganze Thematik nun endlich verstanden zu haben und schon ertappt man sich wieder dabei, völlig “neben der Kappe” zu sein. Eine dieser möglichen Fallen, die wir uns immer wieder selbst stellen, ist folgende:

Ist Angenehmes besser als Unangenehmes - Triunity Lebenshilfe SeminareDer Traum vieler Menschen ist verständlicherweise, dass ihr Leben möglichst angenehm verläuft, dass mehr Freude und Harmonie vorhanden ist als Disharmonie. Kann man verstehen, ist ja auch logisch.

Um das zu erreichen, ist man dann auch bereit, sich anzustrengen – man versucht, die unangenehmen Dinge im Leben zu beseitigen, um sie durch angenehme zu ersetzen.

Und schon ist man in die Falle getappt. Wer nämlich so mit dem Leben umgeht und dies auf diese Weise tut, der hat sich – vermutlich ohne es zu merken – weit vom Leben entfernt.

Weshalb?

Wer den Wunsch hat, ein harmonisches Leben zu führen, der verurteilt die Disharmonie. Er denkt: Harmonie ist besser als Disharmonie. Und damit trennt er sich vom vollkommenen Leben. Er kreiert auf diese Weise einen Konflikt zwischen Harmonie und Disharmonie. Folglich wird er immer wieder mit Disharmonie konfrontiert werden. Das ist Physik. Wer den Wunsch hat, angenehme Situationen zu erleben, der verurteilt unangenehme Situationen. Er sagt: Angenehme Situationen sind besser als unangenehme Situationen. Und was geschieht? Er kreiert einen Konflikt zwischen angenehm und unangenehm und wird deshalb immer wieder mit unangenehmen Situationen konfrontiert werden. Das ist die Physik des Lebens, reine Physik.

 

Es ist unser Kopf, der die Dinge und Situationen, die wir erleben, in angenehm oder unangenehm unterteilt. Aber das Leben ist weder angenehm noch unangenehm – das Leben ist, wie es ist. Das Leben ist weder harmonisch noch disharmonisch. Das Leben ist – Punkt. Wenn Sie wollen, können Sie es auch wie folgt betrachten: Aus Sicht des vollkommenen Lebens gibt es keine Unterscheidung zwischen angenehm und unangenehm, zwischen harmonisch und disharmonisch.

Gleiches gilt für die bedingungslose Liebe. Aus Sicht der bedingungslosen Liebe gibt es keinen Unterschied zwischen dem einen oder dem anderen Zustand. Alles ist – nicht mehr und nicht weniger. Was bedeutet das nun für uns Menschen? Solange wir Menschen, Situationen oder Dinge in harmonisch oder disharmonisch, in angenehm und unangenehm unterteilen, so lange werden wir mit diesen Dingen auch konfrontiert werden. Einmal mit Harmonie, ein anderes Mal mit Disharmonie.

Falls wir dann eines Tages von diesem Spiel genug haben, können wir unsere Betrachtungsweise wie folgt ändern und ein anderes Spiel spielen: Denken Sie nicht, dieses oder jenes ist unangenehm. Denken Sie einfach: “Es ist, wie es ist”. Machen Sie sich bitte bewusst: Dieses “Es ist” ist das pure Leben. Und das, was ist, hat auch den Wert des Lebens.

Auf diese Art überwinden Sie die Dualität, die uns ja nur in die Einseitigkeit und damit ins Ungleichgewicht führt. Dualität ist einseitige Liebe zum Leben, also bedingte Liebe. Nur wenn es so ist, wie ich es mir vorstelle, dann liebe ich das Leben. Ist es nicht so, lehne ich es ab. Die bedingungslose Liebe kennt keine Dualität, weil sie nicht in besser oder schlechter unterteilt. Das tut nur die bedingte Liebe. Und die bedingte Liebe führt immer zu Konflikten und schlussendlich auch zum Tod (z. B. einer Beziehung).

Lassen Sie einfach das Urteilen weg. Es ist weder besser noch schlechter. Es ist – Punkt. Und das war’s dann.

Auf diese Weise bleiben Sie im Fluss des Lebens und was im Fluss ist, verändert sich. Je mehr Liebe Sie hineingeben, desto mehr Kraft fließt in die Veränderung. Versuchen Sie es ruhig einmal – Sie werden es als totale Befreiung empfinden. In Anlehnung an ein berühmtes Gedicht von Erich Fried kann man das Ganze wie folgt zusammenfassen:

 

“Es ist nicht angenehm, es ist nicht unangenehm – es ist, was es ist, sagt die Liebe.”

 

Das Leben ist halt immer konsequent. Genauso wie auch die Liebe konsequent ist – sie duldet keine Kompromisse. Das Leben ist bedingungslose Liebe, während ein Kompromiss immer nur bedingte Liebe ist. Das ist der kleine, aber feine Unterschied.

 

Viel Spaß beim Umsetzen und Üben!

 

Alles an Liebe für Sie

Dieter E. Weiner