Lebenshilfe

Ich bin voller Vertrauen, dass alles besser wird!

 

Seien Sie ehrlich – auch Sie haben diesen Satz schon desöfteren ausgesprochen, stimmt’s? Und damit haben Sie dann auch gleichzeitig die Hoffnung verbunden, dass alles besser wird.

 

Ich bin voller Vertrauen, dass alles besser wird! Triunity Lebenshilfe Seminare“Ich vertraue darauf, dass alles besser wird!”, so äußerte sich kürzlich auch einer der Teilnehmer in unserem Intensivtraining “Faszination Leben – das Geheimnis der Neuen Zeit”. Seit fast 15 Jahren lebt dieser Mann im Vertrauen darauf, dass alles besser wird. Und das Resultat seiner Bemühungen beschreibt er dann wie folgt:

“Seither habe ich alles verloren, mit Ausnahme meiner Gesundheit. Frau weg, Firma weg, Vermögen gepfändet, Haus weg … es ist zum Kotzen. Das, was ich derzeit verdiene, reicht nicht einmal mehr, um meine momentanen Rechnungen zu bezahlen. Seit Jahren versuche ich verzweifelt wieder Boden unter den Füßen zu bekommen.”

 

Dieser Herr ist mittlerweile 55 Jahre alt und weiß natürlich, was ihn unter anderem in ein paar Jahren auch in der Rente erwartet – nämlich nichts. Denn als Selbständiger hatte er über all die Jahre privat vorgesorgt und nicht in die staatliche Rentenversicherung eingezahlt. Und im Zuge mehrerer Zwangsmaßnahmen wurde natürlich auch seine private Rentenversicherung gepfändet. Aus heutiger Sicht ist es mehr oder weniger aussichtslos, seine finanzielle Lage zu verbessern. Natürlich weiß er zwischenzeitlich, dass er für seine desolate Situation selbst verantwortlich ist. Aber er weiß nicht, wodurch er diese Situation verursacht hat und was er dagegen unternehmen kann?

 

Das kommt mir alles sehr bekannt vor. Solche und ähnliche Geschichten höre ich fast täglich. Wahrscheinlich waren die meisten Menschen schon in einer Situation, wo sie sich gesagt haben: “Es wird schon besser werden – ich vertraue darauf!”. Auch ich zähle mich zu diesen Menschen. Auch ich bin schon so hie und da in diese Falle hineingetappt. Denn diese Einstellung: “Ich vertraue darauf, dass alles besser wird!” ist eine verhängnisvolle Einstellung – und zwar aus folgenden Gründen: Wenn ich darauf vertraue, dass es besser wird, dann bedeutet das doch, dass ich meine Situation jetzt als schlecht sehe. Und das ist ein Bewusstseinszustand! Mit der Einstellung “es wird schon besser werden” halte ich energetisch also genau das fest, was ich eigentlich gar nicht will. Denn das Gesetz der Resonanz lautet: Gleiches zieht Gleiches an und stößt das Ungleiche ab. Somit ziehe ich mit dem Bewusstsein “das ist schlecht” nur Gleiches (also Schlechtes) an und erhalte somit, was ich eigentlich gar nicht will. Das ist absurd und trotzdem so einfach.

 

Zum anderen ist die Hoffnung “es wird schon besser werden” auch eine Verurteilung des IST-Zustandes. Die eigentliche Ursache bei dieser Denkweise lautet also: Ich verurteile die Situation – und somit verurteile ich auch gleichzeitig das Leben! Und wer das Leben über Jahre hinweg verurteilt und Umstände nicht so annehmen kann, wie sie sind, braucht sich nicht zu wundern, wenn sein Leben ziemlich anstrengend ist. Ziemlich deutlich wird das an folgendem Beispiel: Wenn Sie Ihre Frau oder Ihren Mann lediglich über ein Jahr hinweg ständig und jeden Tag verurteilen, dann können Sie sich leicht vorstellen, dass dies über kurz oder lang zu ziemlich problematischen Konflikten führen wird.

 

Mit der Einstellung: “Ich vertraue darauf, dass es besser wird” bin ich nicht im Fluss des Lebens, bin ich nicht im Einklang mit dem Leben. Und diese Trennung führt unweigerlich zu weiteren Konflikten, die die Situation eher erschweren als verbessern. Verrückt, nicht wahr? Aber mit dieser Einstellung, halten wir in der Tat energetisch fest, was wir eigentlich gar nicht wollen. Chance zur Verbesserung der Umstände: Gleich Null!

 

Natürlich gelingt es uns Menschen rein oberflächlich betrachtet immer wieder, solche Konflikte im Laufe der Zeit zu überwinden und doch zu einer Verbesserung der Situation zu gelangen. Meist benötigen wir dafür aber einen irren Kraft- und Energieaufwand. Und dies bestärkt uns dann in der – irrigen – Auffassung, dass es mit einer positiven Einstellung den Dingen gegenüber funktioniert. Dabei übersehen wir aber meistens, dass auf diese Weise zwar möglicherweise ein Problem gelöst werden kann, dass aber unweigerlich weitere Probleme auftreten. So kämpfen wir uns dann mit viel Kraftaufwand von einem Problem zum anderen und vertrauen darauf, dass es eines Tages besser wird.

 

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Diese neuen Probleme tauchen deshalb auf, weil meine Ursache je darin besteht, dass mein Bewusstsein die IST-Situation als “schlecht” verurteilt. Damit erzeuge ich zum einen ein Energiefeld, das nur Gleiches (also Schlechtes) anziehen kann und zum anderen trenne ich mich vom Leben und gerate so in Konflikt, der mir dann im Außen durch einen neuen problematischen Umstand aufgezeigt wird.

 

Und noch etwas sollten wir bei der vorhandenen Sachlage auf keinen Fall vergessen: Wenn ich darauf vertraue, dass es besser wird, dann heißt das doch automatisch auch, dass ich kein Vertrauen in das JETZT habe – und damit auch kein Vertrauen ins Leben!

 

Wirkliches Vertrauen ins Leben – und damit Vertrauen in Gott – würde bedeuten, dass ich darauf vertraue, dass es so, wie es jetzt ist, auch in Ordnung ist – völlig egal, was mein begrenzter Kopf dazu sagt.

 

Wirkliches Vertrauen würde bedeuten, das Leben – oder Gott – wird schon wissen, warum es mich mit dieser Situation konfrontiert: Es muss so sein, wie es ist – also ist es gut, wie es ist – es kann gar nicht anders sein!

 

Wirkliches Vertrauen würde bedeuten, dass Sie wissen, dass Sie im Grunde nie etwas falsch gemacht haben und sich deshalb auch keine Vorwürfe zu machen brauchen. Es würde bedeuten, dass Sie nicht gegen den augenblicklichen Zustand kämpfen würden. Ja, es würde sogar bedeuten, dass Sie den gegenwärtigen Zustand als Geschenk Gottes betrachten würden. Das würde es bedeuten, wenn Sie wirklich Vertrauen ins Leben hätten.

 

Solange Sie aber nur Vertrauen in eine bessere Zukunft haben, solange bedeutet das: Ich habe kein Vertrauen in das JETZT und damit kein Vertrauen ins Leben! Vertrauen in eine bessere Zukunft bedeutet: Ich glaube mit meinem begrenzten Verstand besser zu wissen, was für mich richtig und wichtig ist als das unbegrenzte, ewige Leben. Und damit stelle ich mich und meinen begrenzten Verstand über das Leben und damit auch über Gott!

Na, ist es da ein Wunder, wenn wir oft über viele Jahre und Jahrzehnte so leiden müssen – wenn wir unseren begrenzten Verstand mit seiner Meinung über die Allwissenheit Gottes stellen?

 

Außerdem möchte ich an dieser Stelle noch auf eine weitere Verurteilung aufmerksam machen. Unser Seminarteilnehmer sagte: “Das, was ich momentan verdiene, reicht nicht einmal dafür, um meine Rechnungen zu bezahlen.” Auch diese Verurteilung wird sich ziemlich ungünstig auswirken, sofern das Bewusstsein in dieser Sache nicht geändert wird. Wo bleibt denn hier die Dankbarkeit für das, was ist? Immerhin hat er noch eine Arbeit, die ihm ein bestimmtes Einkommen bringt. Es ist vielleicht nicht ausreichend, um all die Rechnungen zu bezahlen – aber es könnte doch in der Tat noch alles viel schlimmer sein. Angenommen, dieses Einkommen liegt derzeit bei 2.000 Euro pro Monat, dann sind das genau zweitausend Euro mehr als gar nichts. Und wenn Sie jeden einzelnen Euro als LEBEN betrachten könnten – und Sie wissen ja, alles ist Leben – dann würden Ihnen jeden Monat zweitausend LEBEN zur Verfügung stehen. Ist das etwa Nichts? Also seien Sie dankbar für alles, was ist. Denn Dankbarkeit ist die Schwester der Liebe. Sie zieht wie ein Magnet in Ihr Leben, was Sie sich ehrlichen Herzens wünschen. So werden aus Tränen vielleicht sogar Diamanten.

 

Sie alle wissen im Grunde nicht, wie sehr wir unseren Seminarteilnehmern für ihre Geschichten dankbar sind. Rein oberflächlich sind es natürlich deren Geschichten. Da wir Menschen aber auf höherer Ebene alle eins sind, begegnen wir auch immer uns selbst. Wem auch immer ich begegne, ich begegne mir selbst. Das ist das Paradox im Leben. Also war die Geschichte des Seminarteilnehmers auch eine Botschaft für mich selbst. Und in der Tat habe ich zum damaligen Zeitpunkt in einer bestimmten Situation auch darauf vertraut, dass es besser wird. Folglich musste ich mir in Form dieses Seminarteilnehmers selbst begegnen, um mir bewusst zu machen, was ich mir mit dieser Einstellung antue.

 

In der Praxis braucht es manchmal sehr wenig und schon stolpert man über ganz einfache Lebensgesetze. Wenn man es selber nicht merkt, dann gibt es zum Glück andere Menschen, die uns mit ihrem Sein darauf aufmerksam machen. So begegnen wir uns ständig selbst und lernen aneinander im Spiel des Lebens.

 

Ich danke Ihnen allen und ich danke dem Leben für alles, was mir durch Sie zuteil wird.

 

Gott segne Sie!

 

Dieter E. Weiner