Krank durch Fruchtzucker

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Über lange Zeit wurde vor allem der Traubenzucker (die Glukose) für gefährlich gehalten. Fruchtzucker hatte den Ruf, gesund zu sein. Viele Menschen haben in dieser Zeit viel Obst gegessen (z.B. Orangensaft oder Äpfel) und Smoothies daraus gemacht, in der Annahme, sich etwas Gutes zu tun.

Besonders für Diabetiker werden spezielle Produkte angeboten, die ohne gewöhnlichen Haushaltszucker (Saccharose) auskommen, der zu je 50 % aus Fruchtzucker (Fruktose) und aus Traubenzucker besteht. Produkte für Diabetiker enthalten dagegen den angeblich so gesunden Fruchtzucker.

Das Besondere an Fruktose ist, dass der Blutzuckerwert nicht erhöht wird, da Fruchtzucker direkt in der Leber metabolisiert wird. Dort entstehen jedoch aus Fruktose Moleküle, die der Speicherung von Fett dienen. In der Steinzeit war diese direkte Speicherung als Fettzellen nicht nur sinnvoll, sondern auch überlebenswichtig. Heute führen unsere Fettpolster dagegen zu vielen gesundheitlichen Problemen.

Zu viel Fruchtzucker kann also zu Übergewicht, einer Fettleber und erhöhten Cholesterinwerten führen und somit Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall begünstigen, weil die Fettspeicherung stark angehoben wird.

Eine neuere Forschungsarbeit der Yale-Universität in den USA konnte anhand von Magnetresonanztomografien, bei denen das Gehirn untersucht wurde, feststellen: Wir werden nicht satt von Fruktose. Das Hungergefühl und besonders die Lust auf mehr Essen bleiben. https://yalealumnimagazine.com/articles/4473-the-sugar-in-your-head

 

Warum steckt in manchen Lebensmitteln so viel Fruchtzucker?

Zum einen ist Fruchtzucker süsser als Glukose oder Haushaltszucker und lässt sich sehr billig herstellen. Zum anderen wird in einigen Gerichten vermehrt Maissirup (HFCS = High Fructose Corn Syrup) oder Fruktose-Glukose-Sirup verwendet, um diese zu süssen, und das Schlimme daran ist: Der Fruktoseanteil in Maissirup ist enorm hoch: bis zu 90 Gramm Fructose pro 100 Gramm Maissirup. Versteckt werden diese Zusatzstoffe in Lebensmitteln wie Fertigmüsli oder in vermeintlich gesunden Joghurtzubereitungen.

Niemand kann heute mehr im Supermarkt darauf vertrauen, dass die Zuckeranteile der Lebensmittel korrekt angegeben werden, Stattdessen werden sie verschleiert. Erst in jüngster Zeit bemüht sich immerhin der Rewe-Konzern, dagegen zu steuern.

Dem Schweizer Oberarzt Dr. Philipp Gerber von der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung am Universitätsspital Zürich gelang es zu belegen, dass nach einer Dauer von etwas mehr als drei Wochen, in denen Testpersonen täglich eine Menge von 80 Gramm Fruktose gereicht wurde, die schädlichen LDL-Cholesterinwerte im Blut erheblich anstiegen. http://www.dailymail.co.uk/health/article-3115921/Bloated-tired-feasting-fruit-blame.html

 

Man sollte sich also merken, dass Fruktose in mehrerlei Hinsicht krank machen kann:

Θ Fruktose wird in Fett umgewandelt und in den Fettdepots gespeichert.
Θ Fruktose verhindert die Fettverbrennung bei gleichzeitig vermehrtem Fettaufbau.
Θ Fruktose blockiert das Sättigungsgefühl.
Θ Die Fruktose-Unverträglichkeit bzw. -Malabsorption ist heute eine Volkskrankheit geworden.

 

Was sagt uns dazu Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Intestinale_Fruktoseintoleranz):

«Die Hauptsymptome bei Fruktose-Malabsorption sind Blähungen, Durchfall, Übelkeit, und Bauchschmerzen. Bei Betroffenen, die weiter Fruktose essen, kann sich die Darmflora und damit die Aufnahmefähigkeit im Dünn- und Dickdarm weiter verschlechtern. Es kann zu weiteren Symptomen wie Reizmagen oder Reizdarm kommen. Die Symptome werden vorwiegend durch das entstandene Kohlenstoffdioxid (Blähungen) und die kurzkettigen Fettsäuren (osmotische Diarrhö) verursacht.

 

Primärsymptome:

Folgende Symptome treten nach einmaliger Aufnahme fruktosehaltiger Nahrung auf:

  • Bauchschmerzen, Krämpfe und Koliken (wegen Gärung im Dünn- und Dickdarm)
  • Blähungen (wegen Gärung häufig übelriechend)
  • Breiiger Stuhl (wegen Gärung häufig übelriechend)
  • Durchfall (wegen osmotischer Effekte zum Teil wässriger Durchfall)
  • Völlegefühl
  • Verstopfung

 

Sekundärsymptome:

Weitere Symptome können bei Betroffenen nach häufigerer bzw. regelmäßiger Aufnahme von Fruktose auftreten. Meist sind diese an eine durch die Fruktose-Malabsorption bedingte weitere Resorptionsstörung, etwa der essentiellen Aminosäure Tryptophan, der Folsäure oder Zink gebunden.

  • Reizdarmsyndrom
  • Depressionen[1] als Folge der Resorptionsstörungen in Dick- und Dünndarm können auch andere Stoffe, z. B. essentielle Aminosäuren, nicht aufgenommen werden. Wegen fehlenden Tryptophans treten Serotoninmangelsymptome auf.
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Reflux (chronisches Sodbrennen)

 

» Betrachten wir diese Symptome, so stellen wir fest, dass ein grosser Teil der Menschen heute darunter leidet. Viele Volkskrankheiten haben damit zu tun.

 

Was sollten wir wissen?

Das Essen von kurzkettigen Kohlenhydraten (KH) wie im Mehl oder in Obst bewirkt weltweit mehr als 50x so viele Tote wie durch Alkohol und Tabak. Akzeptabel sind hingegen langkettige KH wie in Gemüsen, vor allem in Wurzelgemüsen.

Das Problem sind die Anstiege des Insulins durch kurzkettige KH. Sie führen zur Insulinresistenz. Der Blutzucker (BZ) sinkt kaum noch, er geht nicht mehr in die Zellen hinein. Der normale Transfer in die Muskulatur nimmt ab, hingegen wird der BZ in Fettgeweben gespeichert. Die Schlussfolgerung: wir sollten das Insulin nicht stark ansteigen lassen!

Wie können wir wieder eine gute Insulinsensitivität herstellen? Wir sollten neben der Glukose vor allem Fruktose vermeiden, und natürlich die kurzkettigen KH.


Was hilft uns dabei?

  1. Bewegung
  2. Zimt, echter Zimt aus Ceylon, am besten 5 g/Tag
  3. Salbei, als Gewürz und als Extrakt
  4. Thymian, als Gewürz und als Extrakt
  5. Ingwer, in jeglicher Form
  6. Wermut, als Tee, aber auch als Likör
  7. Kaktusfeigen (Opuntia), in jeglicher Form
  8. Bittermelonen, in jeglicher Form
  9. Olivenblattextrakt

Würden diese Hinweise allgemein berücksichtigt, so könnten wir unsere Zivilisationskrankheiten reduzieren oder gar ausschalten. Das Gesundheitssystem könnte gesunden.

Dr. Manfred Doepp