Wissensstand?

Zika-VirusAufgrund des zeitlichen Zusammentreffens auffällig häufiger Fälle von Mikrozephalie bei Neugeborenen mit der sich rasant ausbreitenden Zika-Virusepidemien in Brasilien wird ein Zusammenhang vermutet. Insbesondere eine Infektion im ersten Trimenon der Schwangerschaft könnte das Risiko von Schädelfehlbildungen beim Föten erhöhen.

Zwar fehlen noch eindeutige wissenschaftliche Belege für diesen Zusammenhang, doch laut Schmidt-Chanasit vom BNITM verdichten sich die Hinweise immer mehr. Das Tropeninstitut untersucht täglich neue Blut- und Urinproben aus Brasilien auf Hinweise einer Virusinfektion. So konnte in einzelnen Fällen im Gewebe betroffener Föten und Neugeborener bzw. im Fruchtwasser der Mütter das Zika-Virus nachgewiesen werden.

Auch der GfV-Experte Drosten bezeichnet die Zunahme an Mikrozephalie-Fällen als besorgniserregend. Er warnt aber auch angesichts der bislang veröffentlichten Zahlen vor voreiligen Rückschlüssen. So käme es nicht bei jedem Kind, dessen Mutter in der Schwangerschaft eine Zika-Virusinfektion durchgemacht hat, zu Fehlbildung. Nach Angaben des brasilianischen Gesundheitsministerium stieg die Zahl der bestätigten Fälle von Schädelfehlbildungen auf 404. Allerdings könne ein direkter Zusammenhang mit dem Zika-Virus nur in 17 Fällen nachgewiesen werden. Weitere 3670 Fällen werden noch untersucht.

 

Quelle:

https://www.coliquio.de