Der Mensch überschätzt seine Sinne. Ohne Grund macht er sich zu sehr von ihnen abhängig, denn sie registrieren gar nicht alle Phänomene in seiner Umgebung. Und der Mensch traut ihnen ohne jede Berechtigung viel zu sehr, denn sie täuschen ihn ständig.

Die Sinne des Menschen registrieren die Unbewegtheit und Stille der Natur an einem ruhigen Nachmittag und versäumen dabei, ihn über die heftige Bewegung aller Dinge in seiner gesamten Umgebung zu informieren, vom Grashalm angefangen bis zu den Wolken am Himmel.

Diese scheinbar bewegungslosen Wolken bewegen sich am Äquator mit einer Geschwindigkeit von rund 40‘000 Km/h, ohne dass uns unsere Sinne auch nur den leisesten Hinweis auf diese rasche Bewegung gäben. Die Erde bewegt sich ebenfalls viele Kilometer pro Sekunde in zwei Richtungen;  einmal um ihre Achse rotierend und zum anderen auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne. Unsere Sinne registrieren Ruhe. Sie werden dieser Bewegung elektrisch nicht gewahr.

Diese Täuschung ist völlig in Ordnung, genauso wie dieselbe Täuschung im Kino völlig in Ordnung ist. Gottes Universum ist nichts anderes als eine elektrische Aufzeichnung Seines Wissens, manifestiert durch Sein Denken. Um solcherart die Idee Seines Wissens in den beiden Lichtqualitäten Seines Denkens aufzuzeichnen, ist ein dreidimensionales Universum notwendig. Wenn unsere Sinne alle Bewegungen erkennen und aufzeichnen würden und nicht nur einen Teil davon, würde die Illusion sich auflösen. Die Sinne würden hinter die Illusion blicken und feststellen, dass alle Bewegung sich selbst wieder aufhebt. Die Illusion entsteht durch die Aufteilung des Ganzen in Teile. Wenn der Film aus dem Projektor genommen würde, wäre es um die Illusion von Bewegung und Wandel geschehen.

Genau dies ist Schöpfung, das Eine Licht des Wissens wird aufgeteilt in die strukturierten Teile des Denkens. Sinneswahrnehmung ist nur eine elektrische Spannung; sie entsteht durch die scheinbare Aufspaltung des Einen in die Vielen, die danach „lechzen“, ihr Verlangen nach Einheit zu erfüllen.

Wenn eine Einheit im Zustand erreicht ist, kommt die Wahrnehmung zwischen diesen Teilen zum Erliegen, weil die Spannung abfällt. Die Sinne sind nichts anderes als die Spannung des Verlangens nach Einheit zwischen getrennten Teilen, sie haben keine Realität.

Die Sinne sind elektrisch strömende Lichtstrahlen, die jedes Teilchen im Universum mit jedem anderen Teilchen verbinden. Sie sind die verbindenden und kommunizierenden Nervenstränge des einen universalen Körpers.

Wenn der Druck des Verlangens nach Ausgleich, Ruhe oder Einheit zum Erliegen kommt, verschwindet auch die Wahrnehmung.

In unserem elektrischen Universum ist Wahrnehmung der Druck des Widerstandes gegen die Trennung, die zwischen allen getrennten Körpern existiert. Alle Materie ist eins. Getrennte Teilchen verlangen danach, diese Einheit zu finden. Es gehört zum Göttlichen Plan, dass die Sinne gänzlich auf die Registrierung eines winzigen Bruchteils von Wirkungen begrenzt sind. Die Sinne können nie das Ganze wahrnehmen, aber der bewusste Geist kann das Ganze ERKENNEN.

 

Weitere Informationen über den natur-elektrischen Organismus des Menschen sind im Buch: Zeitgemäßes Heilen enthalten. ISBN: 978-3-943413-18-2