Das Geheimnis des Lichtes kann der Mensch nur ergründen, wenn er zuvor seine beiden Hauptillusionen auflöst. Die größere ist die Illusion über das Universum selbst. Der Mensch hat sein Universum nie als das erkannt, was es wirklich ist, sondern nur als das, was seine Sinne ihn haben glauben lassen, das es sei. Seine Sinne haben ihn mächtig getrogen.

Die andere Illusion betrifft den Menschen selbst. Mit Ausnahme des Nazareners hat der Mensch den Menschen nie erkannt. Er hat weder seine Beziehung zum Universum noch die zu seinem noch viel unergründlicheren Gott erkannt.

Das Wenige, was der Mensch über sich und sein Universum weiß, ist das, was seine körperlichen Augen und Ohren ihm über sich selbst und sein Universum berichtet haben.

Aber der Mensch hat auch geistige Augen und Ohren, die sehen und hören, was die Sinnesaugen und Sinnesohren niemals sehen oder hören können. Der Mensch ist noch zu jung in seiner Entfaltung. Er ist noch völlig unausgegoren.

Der Mensch nimmt Bewegung, Veränderung, Abfolge, Vielfalt, Zeit, Aktivität, Leben, Tod, Gut und Böse wahr. Er ist sich dieser Dinge ganz sicher. Seine Sinne haben dafür gesorgt, dass er sich ihrer tatsächlichen Existenz ganz sicher ist. Angesichts der Tatsache, dass er mit seinem vertrauten Universum sein ganzes Leben verbracht hat, fällt es ihm schwer, die Aussage zu akzeptieren, dass dieses Universum überhaupt nicht existiert, dass es völlige Illusion ist, insgesamt, ohne dass etwas übrig bliebe, was dieser Illusion zumindest als Grundlage dienen könnte.

Der Mensch kann als Illusion akzeptieren, dass sich die Eisenbahnschienen am Horizont treffen, aber die Eisenbahnschienen selbst sind real, wenn auch ihr scheinbares Zusammentreffen dies nicht ist.

Sie wenigstens verbleiben als Grundlage für die auf ihnen beruhende Illusion. Auch die Fata Morgana einer Stadt ist für den Menschen als Illusion begreiflich. Er weiß, sie existiert nicht, aber er weiß auch um die Realität der Stadt, die sich in den Spiegeln und Linsen der Lichtwellen im Himmel darüber geisterhaft wiederholt. Ihm zu sagen, dass auch die Stadt, wie ihr Trugbild, keine wirkliche Existenz hat, heißt seine Gutgläubigkeit und Geduld über Gebühr zu strapazieren.

Und doch offenbart das Geheimnis des Lichtes genau dies, und dies müssen wir berichten, einfach und überzeugend, dem Laien, dem Kleriker und dem Naturwissenschaftler gleichermaßen und in der Sprache und mit den Methoden, die jeder von ihnen braucht, um sich überzeugen zu können.

Kommt nun also und erkennt Gott, Sein Universum und den Menschen mit anderen Augen als denen unserer sinnlichen Körper. Die Augen des Geistes sind wissende Augen. Gottes Universum des Wissens ist alles, was es gibt. Das Universum der scheinbaren Bewegung existiert nicht.

 

Weitere Informationen über den natur-elektrischen Organismus des Menschen sind im Buch: Zeitgemäßes Heilen enthalten. ISBN: 978-3-943413-18-2