Schweinshaxe, Pommes und Sahnetorte – wer dauerhaft zu viel und das Falsche isst, riskiert einen Typ-2-Diabetes. Umgekehrt lässt sich die Zuckerkrankheit offenbar auch aushungern. Im Rahmen einer Studie hat eine Hungerkur über acht Wochen bei immerhin 40 Prozent der Teilnehmer die Blutzuckerwerte wieder normalisiert. Und das sogar langfristig. Erfahren Sie, wie Sie Diabetes vorbeugen können.

Ausreichend Bewegung und vernünftige Ernährung – wer einen gesunden Lebensstil pflegt, kann verhindern, dass sich ein Typ-2-Diabetes entwickelt. Auch Patienten, die bereits an der Zuckerkrankheit leiden, wird empfohlen, sich zu beim Essen zu mäßigen und regelmäßig Sport zu treiben. In manchen Fällen bewirkt das sogar, dass sich der Stoffwechsel wieder normalisiert. Bislang gelingt das allerdings nur wenigen Diabetikern. Eine neue Studie zeigt jetzt, dass eine radikale Diät in dieser Hinsicht Wunder wirken kann.

Drastische Kalorienreduktion

An der Untersuchung hatten 30 Patienten teilgenommen, die seit mindestens einem halben und maximal 23 Jahren unter Typ-2-Diabetes litten. Sie erhielten acht Wochen lang eine Diätkost in flüssiger Form, dazu kalorienarmes Gemüse. Insgesamt nahmen die Probanden so maximal 700 Kilokalorien am Tag zu sich.

Die drastische Fastenkur hatte Erfolg: Die Teilnehmer speckten im Schnitt gute 14 Kilogramm Körpergewicht ab, von durchschnittlich 98,0 auf 83,8 kg. Neben den purzelnden Pfunden war aber vor allem die Wirkung auf den Blutzuckerspiegel bemerkenswert: Bei vielen Teilnehmern stabilisierten sich die Blutzuckerwerte. Zwölf von ihnen hatten anschließend einen Nüchternblutzuckerwert von weniger als 126 mg/dl – und das ganz ohne blutzuckersenkende Medikamente. Werte zwischen 100 und 125 mg/dl gelten zwar noch als stoffwechselgestört, aber nicht mehr als diabetisch. Als normal gelten Nüchternblutzuckerwerte von unter 100 mg/dl.

Langzeitwirkung

Der positive Effekt der kalorienarmen Diät hielt an. An die acht strengen Diätwochen schloss sich eine sechsmonatige Phase zur Stabilisierung mit noch leicht reduzierter Kalorienaufnahme an. Auch diese war erfolgreich: Im Schnitt nahmen die Teilnehmer während dieser Zeit nicht einmal ein Kilo zu. Und auch die Blutzuckerwerte blieben bei jenen Probanden stabil, bei denen sie sich normalisiert hatten. Zudem erreichte noch ein weiterer Teilnehmer in dieser Zeit Nüchternblutzuckerwerte von unter 126.

Lieber früh aktiv werden

Die Untersuchung zeigte auch, dass sich ein Typ-2-Diabetes vor allem dann wieder umkehren lässt, wenn er noch nicht allzu lange besteht. So waren die Teilnehmer mit normalisierten Werten im Schnitt seit 3,8 Jahren zuckerkrank.  Jene, deren Zuckerwerte nicht so gut auf das Programm angesprochen hatten, litten seit durchschnittlich 9,8 Jahren an Typ-2-Diabetes. Es lohnt sich also, möglichst früh nach der Diagnose aktiv zu werden. Außerdem waren die Responder mit durchschnittlich  52 Jahren im Schnitt gut acht Jahre jünger als ihre Schicksalsgenossen, die weniger profitierten (59,9 Jahre). Immerhin  konnten sich auch diese über weniger Fett in der Leber sowie eine gestiegene Insulinsensibilität freuen.

„Typ-2-Diabetes ist ein potenziell reversibler Zustand“, schreiben die Autoren. Allerdings setzt das die Bereitschaft voraus, sich in seiner Ernährung stark einzuschränken. Sich über einen längeren Zeitraum extrem kalorienreduziert zu ernähren, sollte zudem nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.