Aspartam (E951) Süssstoff

Aspartam (E951)

Wussten Sie, dass Aspartam (E951) durch die US-Aufsichtsbehörde FDA mehrfach verboten wurde? Wie kommt es, dass es heute legal ist und in zahlreichen Produkten Verwendung findet? Der bittersüsse Streit darüber, ob Aspartam unbedenklich ist oder nicht, zieht sich schon viele Jahrzehnte hin.

Auf der einen Seite gibt es medizinische Studien, die dringend vom Verzehr des Stoffes abraten, andere Studien besagen, dass er völlig ungefährlich sei. Dieser Artikel bezieht sich auf die Geschichte des Süssungsmittels in den Vereinigten Staaten.

Alles beginnt im Dezember 1965 in der Firma GD Searle. Einer der dort beschäftigten Chemiker kreiert versehentlich Aspartam beim Versuch, ein Heilmittel für Magengeschwüre zu schaffen. Es stellt sich heraus, dass Aspartam 180 mal süsser ist als Zucker. Searle beschliesst im Jahr 1967 für Aspartam die Genehmigung durch die die Gesundheitsbehörde FDA zu erlangen und beginnt mit einigen Sicherheitstests, welche für die Zulassung von Lebensmittelzusatzstoffen erforderlich sind.

Kurz darauf stellt sich heraus, dass der Verzehr von Aspartam schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann. Dr. Harold Waisman, Biochemiker an der Universität von Wisconsin, mischte Aspartam als Süssungsmittel in Milch, welche Affenbabys verabreicht wurde. Von den sieben Affen starb einer, fünf weitere erlitten epileptische Anfälle.

Im November 1970 wurde der Süssstoff Cyclamat verboten, nachdem dessen Verzehr mit Krebs in Verbindung gebracht wurde. Auch Saccharin stand in der Kritik, ein hervorragendes Timing, sodass die Chancen für Aspartam als Ersatzstoff gut standen.

 

Die Legalisierung von Aspartam

Im Dezember 1970 startete GD Searle Kampagnen, um Aspartam ein positives Image zu verleihen und die US-Regulierungsbehörden umzustimmen. Doch folgte ein weiterer Rückschlag: Im Frühjahr 1971 fand der führende Neurologe Dr. John Olney heraus, dass Asparaginsäure (einer der Bestandteile von Aspartam) Löcher in den Gehirnen von Mäusen verursachte. Die Forschungsabteilung von GD Searle bestätigte die Richtigkeit der For- schungsergebnisse Olneys.

Bis Februar 1973 hatte das Unternehmen 10 Millionen Dollar für Sicherheitstests ausgegeben und legte der FDA über 100 Studien vor, welche die Unbedenklichkeit von Aspartam belegen sollten. Die FDA nahm sich der Sache erneut an und kam wenige Wochen später zum Ergebnis, dass die Informationen nicht aus- reichten, um die Toxizität von Aspartam festzustellen.

Nach langem Hin und Her erteilte die FDA im Juli 1974 eine erste Zulassung für das Süssungsmittel für den beschränkten Einsatz in Lebensmitteln. Dr. Olney protestierte dagegen und bezeichnete die Prüfverfahren von GD Se- arle als «schlampig». Er startete im März 1976 eine Petition, welche eine erneute Überprüfung von Aspartam durch die FDA erzwingen sollte.

Olney bekam erneut Recht: Die Forscher kamen zum Ergebnis, dass GD Searle die Forschungsergebnisse zu seinen eigenen Gunsten manipuliert hatte und stellten fest, dass sie «noch nie zuvor so etwas Schlechtes wie Se- arles Tests» zu Gesicht bekommen hätten.


 

  • Obwohl der Verzehr von Aspartam schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann, wurde er von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA genehmigt.
  • Der Aspartam-Hersteller GD Searle erreichte die Zulassung durch seinen Einfluss auf die FDA und die US-Regierung.
  • Aspartam zerfällt im menschlichen Körper in seine giftigen Grundsubstanzen, die in erster Linie Nerven und Gehirnzellen schädigen.
  • Der Genuss von Aspartam kann zu schweren neurologischen Schäden führen.

Manipulierte Studien zur Sicherheit von Aspartam

Donald Rumsfeld

Nachdem er 1977 seine politischen Ämter verloren hatte, heuerte Rumsfeld beim Aspartam-Produzent GD Searle an. Durch seine Verbindung zu Ronald Reagan hatte er entscheidenden Einfluss auf die Legalisierung von Aspartam.

Die FDA klagte das Unternehmen im Januar 1977 aufgrund von «Verheimlichung von Fakten und falschen Aussagen» bei der US-Staatsanwaltschaft an. Dies war das erste Mal in der Geschichte der FDA, dass sie eine strafrechtliche Verfolgung eines Herstellers einleitete.

GD Searle reagierte schnell und heuerte im März 1977 den ranghohen Minister Donald Rumsfeld erfolgreich als neuen Vorsitzenden des Unternehmens an. Rumsfelds Einfluss machte sich rasch bemerkbar: Bereits im Juli 1977 trat Samuel Skinner, Chef der US-Staatsanwaltschaft, von seinem Posten zurück und erhielt eine führende Position in der firme- neigenen Kanzlei von GD Searle.

Im Dezember 1977 wurde das Verfahren gegen GD Searle eingestellt. Nach drei voneinander unabhängigen Untersuchungen wurde Aspartam im Jahr 1980 in den USA verboten. Dabei wurde unter anderem festgestellt, dass Aspartam «mit hoher Wahrscheinlichkeit» die Entstehung von Hirntumoren begünstigt.

GD Searle in der US-Regierung

Am 21. Januar 1981, nur einen Tag nach Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Ronald Reagan, der äußerst engen Kontakt zu Rumsfeld pflegte, erhielt GD Searle wieder die Zulassung für Aspartam durch die FDA.