Immer mehr von immer weniger

Was Sie hier erwartet:

  • Unsere perfektionierten Versorgungsabläufe haben Schattenseiten

  • Die Tendenz zu leeren Nahrungsmitteln

  • Zahlen, die nachdenklich machen

 

Das Handling ist zwar praktisch und modern, aber …

Selbst wenn wir uns heute wieder proteinreich und fettreich ernähren würden wie der Steinzeitmensch, dann wäre – ganz abgesehen vom gestiegenen Bedarf moderner Menschen in einer hektischen, stressigen Leistungsgesellschaft – eine ausreichende Versorgung schwerlich sicherzustellen. Nicht nur Erhitzen und Kochen oder gar Mikrowellenstrahlung bringen einen massiven Vitalstoffverlust (Antioxidantien, Vitamine, Flavonoide, Proteine)mit sich. Auch industrielle Verarbeitungsmethoden, Denaturierung und zunehmende Haltbarmachung unserer Nahrungsmittel verringern zunehmend deren Wert als Lebensmittel.

Lange Transport- und Lagerzeiten erfordern oftmals eine verfrühte Ernte nicht ausgereifter Früchte, denen dann entscheidende Inhaltsstoffe fehlen. Die gewaltigen geschmacklichen Unterschiede zwischen den bei uns im Supermarkt gekauften Südfrüchten, wie Ananas, Banane, Mango, Papaya und den direkt im Heimatland geernteten lassen uns erahnen, was den Frü(h)chten entgangen ist.

Der Vitamingehalt in Obst und Gemüse ist abhängig von Sonnenbestrahlung, Reifegrad und Erntezeitpunkt. Heimisches Gemüse und Früchte der Saison, welche möglichst reif geerntet werden, haben einen völlig anders strukturierten und deutlich höheren Vitalstoffgehalt als Treibhausprodukte.

 

Vitalstoffe – Wohin führt unsere Entwicklung?

Obwohl heutzutage traumhafte Voraussetzungen wie Tiefkühlung oder Importlogistik für Fisch und exotische Früchte geschaffen wurden, hat der Vitalstoffgehalt einzelner Früchte und Gemüse drastisch abgenommen. Moderne, industrielle Intensivkultivierung, maschinelle Ernte- und Verarbeitungsmethoden sollten daher kritisch beleuchtet werden:
Während z.B. Kohl früher reich an Vitamin C war, enthält er heute (lt. US Dept. of Agriculture) kein Vit. C mehr.

Vitamin- und Mineralstoffrückgang

Ein Report der „Welt am Sonntag“ (v. 24.08.97) hat sich mit den Vitamin- und Mineralstoffrückgang in Nahrungsmitteln innerhalb von 12 Jahren, nämlich von 1985-1996 befasst. Sind dies´ nicht erschreckende Ergebnisse?

  • Calcium: Brokkoli -68%, Bohnen -38%, Kartoffel -70%
  • Magnesium: Möhren -57%
  • Betacarotin: Fenchel -80%
  • Folsäure: Banane -84%, Brokkoli -52%
  • Vitamin B6: Bohnen -61%, Banane -92%
  • Vitamin C: Apfel -80%, Erdbeere -67%

 

Welche Gehalte werden dann für heute gelten, wenn die aufgezeigte Entwicklung weiter angehalten hat?

Alle 20 bis 25 Jahre nimmt der Mineraliengehalt nach regelmäßiger Messung bei Gemüse und Früchten aus Kulturlandbau um die Hälfte ab, während die Spritzmittelrückstände alarmierend zunehmen. Eine Untersuchung von Greenpeace zeigte, dass keiner der untersuchten Salate frei von sog. „Pflanzenschutzmitteln“ war. Die Grenzwerte für Pestizide wurden bis um das 36-fache überschritten. Somit war das Inverkehrbringen von fast einem Viertel der Salate gesetzeswidrig – Sondermüll.

Zudem werden manche natürliche Inhalte, wie z.B. toxinbindende Bitterstoffe in Chicoree und Endivien, gezielt herausgezüchtet. Wohl um eine breitere Akzeptanz bei heutigen geschmacks- und gesundheitsdegenerierten Verbrauchern zu finden, denen inzwischen die archaischen “Antennen” für natürliches und gesundheitsförderliches Verhalten abhanden gekommen sind.

Kein Wunder – in Deutschland essen wir mittlerweile zu ca. 75% industrielle und prozessierte Kost. In den USA sind es sogar um 95%. Dabei geht es nicht nur um Fertiggerichte und Tiefkühlkost. Auch Backwaren aus herkömmlichen Bäckereien sind heute meist nur ein aufgebackenes Industrieprodukt, „optimiert“ durch eine Hilfsstoffpalette aus über 500 Lebensmittelzusatzstoffen. Dabei darf auch spekuliert werden, wie viel genetisch manipulierte Inhaltsstoffe inzwischen im Spiel sind.